Glaubt man den einschlägigen Studien, so werden die kleinen Werbetexte und Bekanntmachungen häufiger gelesen als die redaktionellen Inhalte selbst.
Doch wie entstand eigentlich das Inserat? Der Ursprung der Kleinanzeige liegt im 17. Jahrhundert, der Zeit des Aufstiegs eines geschäftigen, städtischen Bürgertums mit dem Bedürfnis, Informationen schnell und diskret auszutauschen.
Um 1630 gründete ein Arzt in Paris ein Annoncenbüro, das sich schnell zu einem Umschlagplatz für Informationen für Käufer und Verkäufer, Reiseangelegenheiten und offene Stellen entwickelte.
Bald konnten die Angebote in einer eigenen Zeitung, dem ersten Anzeigenblatt der Welt, veröffentlicht werden. Im Jahr 1695, erschien dann in einer englischen Zeitung die erste Heiratsannonce im Auftrag eines wohlhabenden Gentleman.
In Deutschland galt bis ins 19. Jahrhundert der sogenannte "Intelligenzzwang". Er schrieb vor, Anzeigen nur in eigens dafür gedruckten Zeitungen, den Intelligenzblättern, zu publizieren.
Für die deutschen Verlage war die Aufhebung des Intelligenz-Monopols 1840 ein Segen. Nun konnten Kleinanzeigen auch in Tages- und Wochenzeitungen erscheinen.
Was folgte, war ein regelrechter Boom der Zeitungsbranche. Bis heute macht der Anzeigenverkauf für die meisten Zeitungen etwa die Hälfte ihres Umsatzes aus, und nicht zuletzt der Siegeszug des Internets hat den Kleinanzeigen ganz neue Wege eröffnet.